Hochseilgarten Kaltern – Mit meinem Patenkind & meiner Höhenangst

Hoch hinaus!
oder
Eine Art sich seinen Ängsten zu stellen

Wer mich kennt, weiß, dass ich unter Höhenangst leide. Aber Mütter dürfen vor nichts Angst haben, vor allem nicht vor Höhen. Daher war es an der Zeit mich meiner Angst zu stellen. Prompt plante ich einen Ausflug in einen der zahlreichen Hochseilgärten in Südtirol. Naja, so prompt auch wieder nicht: Zu Ostern schenkte ich meinem Patenkind Simon – mit 14 Jahren natürlich kein Kind mehr – einen Gutschein für eine Herausforderung, der wir uns gemeinsam stellen sollten. Bis zur tatsächlichen Durchführung des Geplanten dauerte es dann doch bis zum Herbst, aber immerhin.

Jedenfalls war besagter Tag endlich gekommen und wir zwei starteten los in Richtung Kaltern an der Südtiroler Weinstraße. Nach der etwa 30minütigen Fahrt, die begleitet wurde von meinem panischen „Was hab‘ ich mir da nur angetan?“, erreichten wir das bekannte Weindorf, wo der Hochseil-Abenteuerpark mit seinen insgesamt 21 Parcours in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden schon auf uns wartete. Noch schnell ein nervöses Selfie gemacht, und schon trugen wir Klettergurt und Helm und bekamen unsere obligatorische Einführung. Schließlich wollten wir doch nicht runterfallen von den in bis zu 20 m Höhe angebrachten Netzen, Balken, Baumstämmen und Brücken. Ein weiteres „Was hab‘ ich mir da nur angetan?“ später erkletterten wir schon den ersten Parcours. „Kind“ voran, (ängstliche) Erwachsene hinterher – wie empfohlen. Die Parcours Nr. 1 und 2 haben wir ausgelassen – wir sind doch keine kleinen Kinder! Der dritte trieb mir zumindest schon die ersten Schweißtropfen auf die Stirn. „Alles wackelt so! Warum hält denn der blöde Balken nicht einfach still? Simon, wo muss der Karabiner noch mal hin?“ Letzterer durfte sich mit seinen 14 Jahren nichts anmerken lassen und balancierte wie ein Zirkusaffe auch über die schwierigsten Hindernisse. Um dann von seiner Tante, die mit gefühlten 200 km/h über eine der 35 Seilrutschen (Flying Fox Zip Lines) angerauscht kam, fast umgehauen zu werden. Gottseidank sind die angrenzenden Plattformen mit weichen Matten ausgepolstert… Nicht auszudenken, was sonst passiert wäre…

Schließlich wagten wir uns nach erfolgreicher Absolvierung des besagten Parcours an die darauf folgenden. Mittlerweile hatten wir eine gewisse Routine und uns (fast) an die Wackelei gewöhnt. Je weiter die Nummern der Parcours anstiegen, desto höher wurde auch ihr Schwierigkeitsgrad, und damit auch die Angst bei mir größer. Simon wie immer: souverän! Mein persönliches Erfolgserlebnis: Parcours Numero 12! Den hab ich aber wirklich nur mit viel Zittern, einigen „Vater unser“ und viel psychologischer Unterstützung von Seiten meines Patenkinds geschafft. Und damit war bei mir dann auch Schluss. Weitergehen würde es ja bis Nr. 15. Aber den würde ich nur unter Androhung meines Todes angehen, so mutig war ich dann doch nicht. Simon, ganz stolz, hat den 13er noch geschafft! Dann ließ auch bei ihm die Kraft nach. Dafür war aber unsere Brust vor Stolz geschwellt und nach einem zittrigen Danach-Selfie traten wir hungrig die Heimreise an. Ich kann immer noch nicht glauben, dass ich das tatsächlich geschafft habe (aber mein Bauch- und Armmuskelkater war Zeuge!). Und ein bisschen hab ich sogar Blut geleckt und will demnächst unbedingt nochmal mit meinem Mann Hannes und den Kindern dorthin. Die schaffen zwar sicher nicht so viel wie ich, aber ein bisschen probieren können sie ja mal… 😉

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