Wandern von Vellau auf die Leiteralm – Wenn Planänderungen echt Sinn machen…

Nach ein paar grippe- und windpockengebeutelten Wochen wollten wir endlich wieder einmal raus in die Freiheit, frische Luft schnappen! Kurzzeitig hatte ich in dieser Zeit glatt geglaubt, in die Klapse eingeliefert werden zu müssen. Aber mit ein bisschen Wandern, was Leckerem zu essen (nicht nur Hühnerbrühe und leichte Kost…) und viel Sonnenschein sollte mein angekratztes Gemüt doch auch zu besänftigen sein.

Weil wir die Besten im Große-Pläne-Schmieden sind, planten wir am ersten „gesunden“ Sonntag gleich von Plars bei Algund aus mit dem Sessellift hoch nach Vellau zu fahren. Von dort wollten wir mit dem abenteuerlichen Korblift weiter zur Leiteralm (1.550 m) schweben, um dann den Hans-Frieden-Weg zu begehen. Dieser führt teils eben, teils in leichtem Auf und Ab durch Steilhänge hinüber bis zur Hochmuth oberhalb von Dorf Tirol. Von dort hatten wir vor auf dem Vellauer Felsenweg über zum Teil freie und felsige oder aber bewaldete Steilhänge wieder zurück nach Vellau zu wandern. Zugegeben – ein eher abenteuerliches Unterfangen, das wir uns da ausgedacht hatten. Vor allem, wenn man bedenkt, dass wir die Wanderung mit zwei noch immer von Windpocken gezeichneten Kindern unternehmen wollten… Nun ja, was soll ich sagen… David und Lina waren schließlich gesund, und wir Großen hatten zu lange unser Dasein zu Hause bei Eiskönigin, Minions und Co. fristen müssen, um es auch nur noch eine Stunde länger aushalten zu können. Wir hatten Sehnsucht nach der großen, weiten Welt… oder zumindest nach der herrlichen Naturwelt rund um unsere Heimatstadt Meran. Man muss ja nicht gleich übertreiben! 😉

Voller Tatendrang packten wir also an besagtem Tag endlich unsere 7 Sachen in unseren Rucksack. Wobei wir hier eher von gefühlten 1.000 Sachen sprechen sollten, wir rüsteten uns aus, als wären wir unterwegs zur Erstbesteigung eines 8.000ers im Himalaya (gibt’s überhaupt noch einen zum Erstbesteigen??).

Mit dem Auto fuhren wir dann nach Plars, wo unser Abenteuer losgehen sollte. „Sollte“ wohlgemerkt. Beim Anblick des Einzelsessellifts wurde mir ganz mulmig zumute… Meine Kinder – mit 4 und 7 Jahren doch noch kleine Babys – jeweils alleine in so einem Sitz? Nur über meine Leiche! Die Fahrt hoch mochte ja idyllisch über Weinberge und Wälder hinwegführen, die kann ich aber auch vom Auto aus betrachten. Zurück ins Auto also (natürlich nicht ohne GROSSES Geschrei!). Die 15 Minuten bis nach Vellau verliefen zwar nicht ganz so harmonisch, aber der Korblift konnte die kleinen Pockengesichter (ja schon gut, Mütter dürfen ihren Kindern keine bösen Namen geben! In Gedanken aber schon…) wieder besänftigen – da hatten wir dann auch jeweils zu zweit Platz. Die Höhenangst plagte mich zwar auch hier ganz leicht, aber schon bald waren wir am Ziel. Und wenn ich Ziel schreibe, dann meine ich das auch so…

Beim Anblick der Leiteralm und angesichts der Düfte, die aus ihrer Küche strömten, beschlossen wir erstmal eine „Pause“ einzulegen. War ja auch schon Mittagszeit… Und einen Spielplatz gab’s da auch… Und wunderschöne Liegewiesen rundum… Und der Ausblick konnte bei diesem strahlenden Frühlingswetter wirklich auch nicht schöner sein… Also guckten wir uns mal die Speisekarte an und fanden – erraten! – genau das Richtige für unsere hungrigen Bäuche. Den mitgebrachten Proviant konnten wir ja am Nachmittag beim Wandern essen… Nach all den leckeren Knödeln, Kaiserschmarrn und Spiegeleiern wollten die Kinder unbedingt auf dem Spielplatz vor dem Haus spielen und wir hatten nichts dagegen, unsere bleichen Winterbeine etwas in die Sonne zu recken. Einen Apfelstrudel und einen Cappuccino später war es plötzlich schon 16 Uhr – wie die Zeit vergeht! 😉 Die geplante Wanderung sollte ja an die 2 Stunden dauern, ob sich das überhaupt noch auszahlen würde? Wir beschlossen „Nein!“. Das schlechte Gewissen nagte zwar schon ganz leicht an uns, aber wir waren inmitten der Natur – genau das, was wir ja wollten! Also passte doch alles! Und den Rest des Proviants, den wir nach all den Leckereien wirklich nicht mehr geschafft haben, gab’s am nächsten Tag in der Schule zur Pause! 😉

Foto: By Jurgenelshof (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

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