Warum joggen genial ist (Algunder Waalweg)

Vom Auftanken mütterlicher Batterien

oder

Lauf, Moni, lauf!

 

Ich war immer ein echter Couch-Potato. Wirklich immer. Schon als Kind hasste ich den Sportunterricht. In der Pubertät hatte ich dann regel-mäßig Bauchschmerzen oder andere Ausreden, sobald ich zur Turnstunde musste. In meiner Studienzeit wohnte ich zwar mit Sport-Studenten in einer WG, aber jemand (ich!) musste doch auf der Couch sitzen und sich nicht bewegen – den Sport machten doch die anderen!

Und irgendwann war ich dann Mama. Und damit mir nicht irgendwann meine Nerven davonliefen, begann ich doch tatsächlich mit dem Joggen, – genau – um meine Nerven eben bei mir zu behalten! 😉 Ich kann es bis heute nicht fassen, dass ich doch tatsächlich etwas Sportliches gefunden habe, das mir Spaß macht. Irgendwo hatte ich einmal gelesen, man müsse eine Sache nur 21 mal machen, dann hätte man sich so daran gewöhnt, dass man damit weitermachen würde. Das wollte ich ausprobieren. Einmal im Leben wollte ich diszipliniert sein. Anfangs ging mir die Puste schon wenige Meter von unserem Haus in Meran entfernt aus. Doch mit jedem Mal kam ich weiter. Und ich gab tatsächlich nicht auf. Ich erkannte mich selbst nicht wieder, und auch meine Freunde – vor allem die Sport-Studenten, die mittlerweile mindestens Sport-Lehrer sind – waren beeindruckt!

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich renne auch nach 4 Jahren immer noch zwei- bis dreimal die Woche. Und wenn ich mal eine Woche nicht zum Joggen komme, werde ich nervös. Unglaublich, aber wahr! Ich würde mich jetzt keine Sportskanone nennen, und für ein Wettlauf bin ich (noch) nicht mutig genug, aber ich bin doch schon stolz auf mich. Ich drehe meine Runden, mal hier mal dort, aber es gibt eine Strecke, die ich wirklich liebe.

Startpunkt meiner Lieblings-Laufrunde ist Gratsch bei Meran. Etwas unterhalb von Schloss Thurnstein beginnt der Algunder Waalweg, der zunächst über eine Hängebrücke und dann durch Laubwald, Apfelwiesen oberhalb des Hotel Algund Laurin und Weinberge bis auf die Töll (Gemeinde Partschins) führt. Am liebsten laufe ich hier frühmorgens, denn untertags tummeln sich auf dem Waalweg vor allem von Frühling bis Herbst unzählige Wanderer. Und da ein Waalweg eigentlich nicht zum Wandern gedacht, sondern als Zugang für die Instandhaltung des Waals geplant war, ist es hier ziemlich schmal und man muss oft ganz schön aufpassen, beim Aneinandervorbeigehen nicht versehentlich im Wasser zu landen! 😉 Ich liebe diese Strecke vor allem wegen ihrer landschaftlichen Schönheit. Der Ausblick über Meran und Algund ist tatsächlich traumhaft. Von hier aus ist das alpin-mediterrane Feeling praktisch hautnah erlebbar: Palmen, Olivenbäume und Zypressen stehen in wunderschönem Kontrast zu den Bergspitzen des Ifinger und des Hirzer, die hinter Dorf Tirol hervorragen. Unter diesen Bedingungen zu joggen, macht – und das konnte ich selbst lange nicht glauben – wirklich glücklich! Immer wenn ich in der Morgensonne die noch frische Luft tief einatme und nur das Vogelgezwitscher und das Geräusch meiner Laufschritte mich begleiten, spüre ich regelrecht, wie sich meine Batterien wieder aufladen.

Das „Guten Morgen“ bei meiner Rückkehr fällt dann auch wesentlich fröhlicher aus als sonst und zumindest der Start in den Familien-Wahnsinns-Tag ist schon mal geglückt! 😉

 

Foto: Demidow (Own work) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

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