Zum Knottnkino

Juhuu, wir gehen ins Kino!
oder
Wie man Kinder zum Wandern bringt.

Wenn man morgens (ausgeschlafen) erwacht und die Sonne schon durchs Fenster scheint, dann kann das nur ein guter Tag werden!
Genauso war es bei uns letztens. Wir erwachten erst um kurz nach 7 (ja liebe Leser, die ihr keine Kinder habt, das bedeutet bei uns laaange ausschlafen!) und konnten endlich mal wieder ganz gemütlich frühstücken, schließlich war Sonntag. Wie es aussah, erwartete uns ein herrlicher Frühlingstag und wie immer beratschlagten wir, was wir heute unternehmen sollten. Hannes und ich wollten raus in die Natur, Lina und David wollten am liebsten drin vorm Fernseher hocken… Banausen! Weil wir Großen aber immer noch Machthaber im Haus sind und auch besonders einfallsreich, schlugen wir den Kindern einen Ausflug ins Kino vor: ins „Knottnkino“. „Häää? Welcher Film läuft denn da?“, wollten die Kinder wissen. Wir: „Ein gaaanz toller Film über die Natur!“ Das große Juhuuuu blieb zwar aus, aber mit der Aussicht, auch irgendwo ein Wiener Schnitzel zu essen, willigten David und Lina schließlich ein. Wir Erwachsenen lachten uns natürlich ins Fäustchen (mit einem winzigkleinen Funken schlechten Gewissens…), schließlich handelte es sich beim Knottnkino um nichts anderes als um eine Sehenswürdigkeit oberhalb von Hafling und Vöran. Dort auf dem Rotsteinkogel stehen 30 Kinosessel aus Stahl und Holz, von wo aus man einen traumhaften Ausblick über das gesamte Südtiroler Etschtal bis hin zu den Gipfeln der Dolomiten, der Ötztaler Alpen und dem Naturpark Texelgruppe hat. Ok, zugegeben, es war nicht ganz die feine Art unsere Kinder zum Wandern zu bringen, aber das schöne Wetter nötigte uns geradezu dazu.

Das Knottnkino stand aber erst am Nachmittag auf unserem Programm, zuerst wollten wir noch irgendwo zu Mittag essen. Unsere Wahl fiel auf das Restaurant Alber in Vöran, das direkt an der örtlichen Seilbahn liegt. David und Lina bekamen ihr obligatorisches Wiener Schnitzel, während Hannes und ich uns ein köstliches 3-Gänge-Menü gönnten. Am liebsten hätten wir uns hinterher in die Sonne gelegt und ein Mittagsschläfchen gehalten, aber wir hatten den Kindern ja versprochen ins Kino zu gehen… 😉 Also starteten wir gestärkt los.
Vom Gasthof Grüner Baum in Vöran aus führt ein gemütlicher Wanderweg zum Rotsteinkogel, wo jetzt Ende März noch etwas Schnee liegt. Etwas misstrauisch blickten unsere Kinder schon drein, waren wir doch noch nie zu Fuß ins Kino gelaufen… Trotzdem liefen sie gut gelaunt vor uns her und nach etwa einer Stunde erreichten wir das Knottnkino. „Wir sind da!!“, rief Hannes und forderte die Kinder gleich auf sich hinzusetzen, der Film fange nämlich gleich an. Und dann schauten wir… und schauten und schauten. „Wann kommt der Film?“, wollte David wissen. „Der läuft doch schon!“, meinte ich. „Pssssst!!“ „Maaammmmaaa!!“, maulten die beiden Knirpse da wie erwartet. Aber auch: „Eigentlich schon irgendwie cool…“ Gottseidank! Lina und David machten sich dann sogar einen Spaß daraus, den „Naturfilm“ zu kommentieren und lachten sich dabei kaputt. Nach einiger Zeit wurde es aber langsam kühl und wir machten uns auf den Rückweg zum Auto. Dort angekommen, mussten wir den Kindern aber nun hoch und heilig versprechen, zu Hause einen „echten“ Film zu schauen. Das hatten sich die beiden an dem Tag aber auch wirklich verdient!

Foto: By Hubert Berberich (HubiB) (Own work) [CC BY 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons

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